Buchrezension zu „Red Paper — Sündhaftes Geld“ von Jara Cruz

Red Paper - Sündhaftes Geld 

Sex Hells - Eine Karriere auf Deutschlands Sündenmeilen 

Autobiographie 




Bei der weißen Substanz handelt es sich um einfaches Jodsalz.

Dieses Buch habe ich von der Autorin Jara Cruz zur Verfügung gestellt bekommen. Aufgrund meiner Examensvorbereitung nehme ich momentan eigentlich keine Rezensionsexemplare an. Da es sich hierbei jedoch um ein meiner Ansicht nach unfassbar wichtiges Thema handelt, habe ich beschlossen mir die Zeit zu nehmen. So viel vorweg: Es hat sich gelohnt.

 

Daten & Fakten:

 

Preis: 2,99 (Kindle Version), eine gedruckte Version wird noch erscheinen

Seiten: 181 

Erscheinungstermin: 28.12.2020

 

Inhalt:

Es handelt sich um die Autobiographie der Autorin, welche mit 17 Jahren zum ersten Mal auf dem Straßenstrich gelandet ist. Danach ging es für Jara Cruz weiter. Laufhäuser, Dominastudios und Edelbordelle prägten von nun an ihr Berufsleben. Die Autorin erzählt über ihre Erfahrungen, krasse Geschichten und wie sie sich in der ganzen Sache irgendwie selbst verloren hat. 


Zum Cover:

Ich finde das Buchcover wirklich ansprechend, wenn es auch nicht unbedingt typischerweise an eine Autobiographie, sondern eher an einen Roman erinnert. Trotzdem gefällt es mir sehr, sehr gut. Auf dem Cover ist die Autorin abgebildet, den Titel und die Unterschrift dessen finde ich äußerst passend. Hierbei handelt es sich eben nicht um eine typische Autobiographie. Wieso das so ist, werde ich euch gleich erzählen.

 

Zum Inhalt:

Wow. Ich muss zugeben, dass ist die erste Biographie, die ich zu Ende gelesen habe. Weder Michelle Obama, Die Mann ´s noch Adele haben es geschafft, dass ich ihre (Auto-)Biographien beendet habe. Ich glaube das liegt vor allem an Jara Cruz´ unglaublich authentischen und ehrlichen Schreibstil. Die Autorin versucht sich keineswegs zu verstellen! Die Wortwahl ist manchmal brutal, vulgär und einschneidend, doch alles andere hätte mich auch enttäuscht. Genau das hat das Buch nämlich so spannend und fesselnd gemacht.

Die Autorin beginnt ganz am Anfang, mit ihrer Kindheit und leider bemerkt man schon an dieser Stelle, dass dort einiges hätte besser laufen können. Selten war ich so dankbar, dass ich so behütet aufgewachsen bin. Ich hatte beim Lesen so viel Mitgefühl und gleichzeitig so viel Respekt vor dieser starken Frau, dass ich im Endeffekt Frau Cruz nur als Vorbild sehen kann. Ich finde es unglaublich, wie unfassbar stark sie ist, wie sie sich immer wieder nach oben gekämpft hat und trotz all´ dieser schrecklichen Erlebnisse auch noch den Mut hat, ein Buch darüber zu schreiben und ihre Erfahrungen zu teilen. 

Jara Cruz führt uns in eine Welt, die wir sonst nur aus dem Film und vielleicht ein paar Dokumentationen kennen. Wie oft bin ich in Frankfurt über die Kaiserstraße gelaufen, doch ich konnte mir bisher nicht annähernd vorstellen, was sich hinter den Türen teilweise abspielen mag. Auch hat mir das Buch wieder gezeigt, wie unglaublich wichtig der Schutz von Prostitution ist und wie wichtig es ist, dass dieses Geschäft legal ist. Denn nur dann ist es möglich, die Frauen und sicher auch wenigen Männer, die sich für Sex verkaufen, zu schützen. Die Autorin berichtet von ihren Erfahrungen mit Zuhältern, die sie ausgenutzt haben; unangenehmen Freiern und wie sie versucht hat ihren Platz zu finden. Ich fand das sehr, sehr spannend und konnte es kaum erwarten, zu wissen, wie ihre Geschichte ausgeht. Leider ist das Ende der Autobiographie sehr offen, ich konnte nicht genau entnehmen, ob die Autorin es „raus“ geschafft hat, doch ich habe ein gutes Gefühl. Jedenfalls wünsche ich ihr nur das Beste, weiterhin die Stärke und dass ihre Seele ein wenig heilen kann. 

Für mich als wohlbehalten aufgewachsene Jurastudentin, die kaum jünger als die Autorin ist, war Red Paper ein Einblick in eine ganz andere Welt, der mir wieder gezeigt hat, wie viel Arbeit noch vor uns liegt. Vielleicht habe ich dadurch auch wieder eine weitere Motivation gefunden, mein Studium bestmöglich durchzuziehen und dieses Geschäft sicherer zu machen.

Alles in allem ein wichtiges, spannendes Buch, was zum Nachdenken anregt! Genau so, wie ich es mag.

Tausend Dank an die Autorin, die einem zusätzlich noch Mut macht. 



Fazit:

Ein unbequemes Thema, über welches viel mehr geredet werden muss! Ich kann das Buch jedem nur empfehlen, möchte aber daran erinnern, dass es sich eher nicht um ein Kinder- und Jugendbuch handelt. Prostitution ist ein sensibles Thema und ich wünsche mir, dass darüber mehr gesprochen wird, um das ganze Geschäft sicherer zu machen. Deshalb: Lest dieses Buch! Hier bekommt ihr einen waschechten Einblick! 


Ich vergebe 5 von 5 Sternen. 

 




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